Den hatte Pfarrer Johann Müller nicht. Ende des 19. Jahrhunderts war er Priester in Warth. Und musste in den Wintern weite Strecken durch den Schnee stapfen.

Deshalb bestellte er sich Ski.

In der Zeitung hatte er von den norwegischen Sportgeräten gelesen. In den Alpen waren sie noch unbekannt.
Foto: Warth-Schröcken Tourismus
Doch Müller musste erst lernen, wie man diese „Schwedischen“ beherrscht. Damit ihn niemand sehen konnte, trainierte er nachts.

Dann wagte er ein Husarenstück.

Er meisterte auf Skiern den tief verschneiten Weg in den Nachbarort Lech. Damit bewies er den Anwohnern hüben wie drüben, dass die Bretteln keine Spinnerei waren, sondern ein praktisches Fortbewegungsmittel.

Das Skifahren in Warth und Lech
war geboren.

Neben der Erinnerung an Pfarrer Müller begegnet man auf der spektakulären Skitour aber noch einem weiteren Stück Arlberger Geschichte.
Im 13. und 14. Jahrhundert ließen sich Walser, Emigranten aus dem Schweizer Wallis, am Tannberg nieder. So heißt das Berggebiet zwischen Warth und Lech. Einige alte Walser- Siedlungen stehen heute noch, zum Beispiel Bürstegg. Der Weiler – eine Kapelle, ein paar kleine Häuser – liegt direkt auf der Skiroute.